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Ihr Ansprechpartner für das Urheberrecht:

Christopher Langlotz

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Fotorecht

Fotografien sind mit Ihrer Entstehung urheberrechtlich geschützt. Der Schutz entsteht ohne Zutun des Fotografen, alleine durch das Anfertigen des Bildes. Dabei sind der Schutz als Lichtbildwerk und der Schutz als einfaches Lichtbild zu unterscheiden.

Zunächst gibt es den Schutz als sog. Lichtbildwerk nach § 2 Abs. 1 Nr. 5 UrhG. Dabei handelt es sich um Fotografien, die eine gewisse geistige Leistung erkennen lassen. Es muss sich dabei nicht um ein großes Kunstwerk handeln, auch schlichte Gebrauchsfotografien fallen bereits unter den Schutz des Urheberrechts, wenn sie erkennen lassen, dass bestimmte gestalterische Elemente enthalten sind (Anordnung von Personen oder Gegenständen, Perspektive, Ausleuchtung, etc...), die der Fotograf bewusst gewählt hat, es es sich also nicht um ein reines "Knipsbild" handelt.

Daneben gibt es den Schutz für sog. einfache Lichtbilder nach § 72 Urhg. Hierunter fallen nahezu alle Fotografien, die nicht den Ansprüchen des § 2 Abs. 1 Nr. 5 UrhG genügen. Der Schutz des Urheberrechts knüpft hier nicht an eine geistige Leistung an, sondern an die technische Leistung.

Der praktische Unterschied zwischen dem einfachen Lichtbildschutz und dem Schutz als Lichtbildwerk besteht in der Schutzdauer. Ein einfaches Lichtbild ist lediglich für 25 Jahre geschützt, dagegen wird einem Lichbildwerk die volle Schutzdauer des Urheberrechts zuteil, die erst 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers endet.

Der Fotograf wird insbesondere gegen die unbefugte Verwendung des Fotos durch Dritte geschützt, u.a. gegen Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung im Internet. Gegen diese Verletzungsformen stehen dem Urherber Unterlassungs-, Auskunfts- und Schadensersatzansprüche zu. Der Schadensersatz wird in solchen Fällen regelmäßig anhand einer fiktiven Lizenzgebühr ermittelt.

Eine gute Grundlage für die Bestimmung einer angemessenen Lizenzgebühr liefert das Bildhonorarverzeichnis der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing. Von den meisten Gerichten werden die darin aufgeführten Honorare als angemessen anerkannt. Weitgehend anerkannt ist auch ein 100%-iger Zuschlag für den Fall, dass das Bild ohne Nennung des Urhebers verwendet wird.

Um die Urheberschaft an den Bildern später beweisen zu können, sollten Verwender von Digitalkameras ihre Bilder durch ein digitales Wasserzeichen schützen. Gerade im Kampf gegen den "Bilderklau" im Internet kann hierdurch die Beweissituation erheblich verbessert werden.