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Dr. Nils Bronhofer

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Teilzeit, Teilzeitarbeit

Teilzeitbeschäftigt ist ein Arbeitnehmer, dessen regelmäßige Wochenarbeitszeit kürzer ist als die eines vergleichbaren vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers.

Ist eine regelmäßige Wochenarbeitszeit nicht vereinbart, so ist ein Arbeitnehmer teilzeitbeschäftigt, wenn seine regelmäßige Arbeitszeit maßgeblich im Durchschnitt eines bis zu einem Jahr reichenden Beschäftigungszeitraums unter der eines vergleichbaren vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers liegt. Vergleichbar ist, wer mit derselben Art des Arbeitsverhältnisses und der gleichen oder einer ähnlichen Tätigkeit beschäftigt ist. Fehlen vergleichbare vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer im Betrieb, ist auf tarifvertragliche Festlegungen bzw. die Üblichkeit des Wirtschaftszweigs abzustellen.

Teilzeitbeschäftigte sind auch geringfügig Beschäftigte, § 2 Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge (TzBfG).

Jedes Teilzeitarbeitsverhältnis wird wie jedes Vollzeitarbeitsverhältnis per Arbeitsvertrag durch Angebot und Annahme geschlossen. Die Vertragsparteien entscheiden frei darüber, ob überhaupt, für welchen Zeitraum, in welcher Stundenhöhe und für welche Vergütung sie einen Teilzeitarbeitsvertrag abschließen möchten.

Nach dem Diskriminierungsverbot darf der Arbeitgeber einen teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmer nicht wegen der Teilzeitarbeit gegenüber einem vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer schlechter behandeln. Ausnahme ist das Vorliegen von sachlichen Gründen, die eine unterschiedliche Behandlung wegen der Teilzeitarbeit rechtfertigen, vgl. § 4 TzBfG. Teilzeitarbeit darf also nicht schlechter bezahlt werden als Vollzeitarbeit. Zahlt der Arbeitgeber neben dem Lohn sonstige geldwerte Leistungen so gilt der pro-rata-temporis-Grundsatz, § 4 TzBfG. Dieses Diskriminierungsverbot ist auch nicht tariflich abdingbar. Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) gilt dies selbst dann, wenn der Teilzeitarbeitnehmer einen Hauptberuf ausübt und dadurch eine gesicherte Existenzgrundlage hat. Auf Teilzeitarbeit finden die allgemeinen, für die Vollzeitarbeit geltenden arbeitsrechtlichen Vorschriften gleichermaßen Anwendung. Auch teilzeitbeschäftigte Studenten dürfen nach dem Bundesarbeitsgerichts (BAG) nicht von tariflichen Leistungen ausgeschlossen werden.

In Betrieben, in denen in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer arbeitsvertraglich beschäftigt sind und in denen der betroffene Arbeitnehmer zumindestens sechs Monate seine Arbeitsleistung erbracht hat, besteht die Verpflichtung, dem Verlangen des Arbeitnehmers, seine Arbeitszeit zu verringern, nachzukommen. Der Arbeitgeber kann seine Zustimmung nur dann verweigern, wenn dem Wunsch nach Teilzeitarbeit "betriebliche Gründe" entgegenstehen. Das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) regelt Näheres.